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Di, 09.01.2018
18:00 – ca. 20:30 Uhr

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Verstrickt mit Diktatoren? Deutsche Konzerne in Brasilien 1964 bis 1985. Am Beispiel VW do Brasil. Im IAI

In Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut SPK Berlin

VW do Brasil galt lange als Musterbetrieb. Der im Juli ausgestrahlte ARD-Dokumentarfilm „Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur“ kratzt an diesem Image: VW könnte sich an der Verletzung von Menschenrechten beteiligt haben.

Das Unternehmen selbst ist um eine “Aufarbeitung der Rolle des Konzerns während der brasilianischen Militärdiktatur” bemüht ,“mit gebotener Konsequenz und Nachhaltigkeit“. Hintergrund: Untersuchungen der Staatsanwaltschaft und der Wahrheitskommissionen. Prof. Dr. Christopher Kopper (Uni Bielefeld) wurde mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt, das am 14.12.2017 in Sao Paulo von der VW AG der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, nahezu gleichzeitig mit dem von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen sog. Mingardi-Report. Beide Gutachten stimmen in einem Punkt überein: VW arbeitete mit der Diktatur zusammen. Das gesteht inzwischen auch die VW AG ein, ein “institutionelles  Handeln” aber kann sie nicht erkennen.  Eine Gruppe ehem. VW-Mitarbeiter, die bereits 2015 eine Klage gegen VW angestrengt hatte, weigerte sich, an dem von ihnen als “Fest” bezeichneten Akt am 14.12., im Gegensatz zum Vorsitzenden der Metallgewerkschaft der ABC-Städte, teilzunehmen. Unsere Fragen:

  • Ausgehend vom Kontext Anfang der 70er Jahre: welche Bedeutung hatte VW do Brasil für Brasilien?
  • Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen VW do Brasil und der Politischen Polizei? Welche Verstrickungen mit der Diktatur erwiesen sich als haltlos, welche nicht?
  • Wie viel Schuld hat VW auf sich geladen? Was wußte Wolfsburg von den Menschenrechtsverletzungen in Brasilien?
  • Welche Forderungen erheben die Betroffenen?
  • Welche Konsequenzen zieht VW aus dem Bericht, staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Erkenntnissen der Wahrheitskommissionen?
  • Blick über VW do Brasil hinaus: was weiss man über die Zusammenarbeit anderer Unternehmen mit den Organen der Repression?
  • Heute: Wie positionieren sich Unternehmen wie VW zu einer menschenrechtlichen Regulierung der globalen Wirtschaft?

… und was wurde eigentlich aus dem Abenteuer der 70er Jahre, der Fazenda Cristalino, den Menschen und Anlagen?

Geplanter Ablauf:

18 Uhr: ARD-Dokumentarfilm „Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur“ – für die, die ihn noch nicht gesehen haben.

19 Uhr: Podium mit Stefanie Dodt (Journalistin), Prof. Dr. Christopher Kopper (Gutachter), Dieter Landenberger (Leiter Historische Kommunikation, Volkswagen Aktiengesellschaft), Sarah Lincoln (Menschenrechtsreferetin bei Brot für die Welt).
Und Zeitzeugen. Moderation: Dr. Luiz Ramalho.

Beitragsfoto: ©W. Würtele, Kulturpark Inhotim/MG

Ort: Ibero-Amerikanisches Institut PK, Simon Bolivar Saal, Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin

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Die Veranstaltung wurde finanziell von der Stiftung Umverteilen! unterstützt.

Hier finden Sie einen Beitrag von Friederike Thoma zu der Veranstaltung.

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