Datum/Uhrzeit

Di., 10.02.2026
18:00 – ca. 20:00 Uhr

Anmeldung

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich

Veranstaltungsort

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Rüdesheimer Str. 54, Raum 201, Berlin, 14197, Berlin, Germany
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Lateinamerika unter Druck

US-Interventionen, Wahlkämpfe 2026 und das europäische Wegducken

Präsenzveranstaltung in Berlin
Achtung: Keine Anmeldung notwendig!

Nach den jüngsten Interventionen und Drohungen der US-Regierung unter Donald Trump gegenüber Venezuela verschärft sich die geopolitische Lage in Lateinamerika dramatisch. Die offene Eskalation gegenüber Caracas steht exemplarisch für eine neue Phase aggressiver US-Machtpolitik, die sich zunehmend auch gegen Kuba, Mexiko und Kolumbien richtet.

Im Zentrum dieser Politik stehen handfeste ökonomische Interessen: Zugang zu strategischen Rohstoffen, Kontrolle über Lieferketten, geopolitische Disziplinierung  – notfalls durch wirtschaftlichen Zwang, Sanktionen oder militärische Drohkulissen.

Lateinamerika wird erneut explizit als geopolitischer „Hinterhof“ der USA markiert. Diese Logik ist nicht neu, gewinnt jedoch unter der Trump-Regierung mit ihrer Neuauflage der Monroe-Doktrin eine bislang kaum gekannte Offenheit und Brutalität.

Besonders brisant ist der Blick auf das Jahr 2026: In Peru, Kolumbien und Brasilien stehen richtungsweisende Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an. Schon jetzt ist absehbar, dass die USA massiv Einfluss auf diese Wahlprozesse nehmen werden – politisch, medial, ökonomisch und über transnationale Netzwerke der extremen Rechten. Lateinamerika droht erneut zum Experimentierfeld externer Einmischung und Destabilisierung zu werden.

Europa hingegen verharrt in Passivität. Deutschland reagiert ausweichend, politisch unentschlossen und rhetorisch entwaffnend. Wenn der Bundeskanzler die Lage als „sehr komplex“ bezeichnet, bleibt vor allem eines sichtbar: das Fehlen einer Position, die das Völkerrecht stark macht und demokratische Grundwerte in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rückt. Statt klarer politischer Haltung dominieren Anpassung, Schweigen und strategisches Wegsehen.

Diese Veranstaltung setzt bewusst einen Kontrapunkt. Sie fragt nach den Konsequenzen der neuen US-Interventionspolitik, analysiert die bevorstehenden Wahlkämpfe in Lateinamerika und diskutiert, welche Verantwortung Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft in dieser Situation tragen – jenseits diplomatischer Floskeln und geopolitischer Bequemlichkeit.

  • Welche strategischen Interessen treiben die neue US-Politik gegenüber Lateinamerika?
  • Welche Rolle spielen Rohstoffe, Energie, Militärpräsenz und Wirtschaftssanktionen?
  • Was bedeutet die US-Einflussnahme konkret für die Wahlen 2026 in Peru, Kolumbien und Brasilien?
  • Welche Parallelen zu früheren Interventionsmustern lassen sich erkennen – und was ist heute neu?
  • Warum bleibt Europa politisch stumm – und welche Kosten hat dieses Schweigen?
  • Welche Reaktionen auf die aggressive Einmischung der USA in Lateinamerika werden von China und ggf. Russland erwartet?
  • Verliert Brasilien damit seine Position als Regionalmacht endgültig?  
  • Welche Handlungsspielräume haben Wissenschaft, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen, um Interventionen sichtbar zu machen, zu kritisieren und ihnen entgegenzutreten?

Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit drei Expertinnen.

Podiumsteilnehmer:innen:
Tobias Lambert – Journalist
Luisa Ramirez – Politikwissenschaftlerin
Feline Freier – Lateinamerika-Institut FU Berlin

Moderation:
Sérgio Costa – Lateinamerika-Institut, FU Berlin
Luiz Ramalho – Lateinamerika-Forum, LAF Berlin

Ort: Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin 
Rüdesheimer Str. 54, 14197 Berlin, Raum 201
Veranstaltungssprache: Deutsch

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eine Veranstaltung des Netzwerks Berliner Brasiliendialoge (BBD)

Beitragsbild: Berlin anti-Trump Protest, Wikimedia Commons, Ausschnitt bearbeitet