Datum/Uhrzeit

Mi., 17.12.2025
19:00 – ca. 21:00 Uhr

Anmeldung

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich

Veranstaltungsort

-
Zoom, Germany
-
-

Chile hat entschieden

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2025

Anmeldung: Chile hat entschieden

Chile hat entschieden: Am 14. Dezember gewann der ultrarechte Kandidat José Antonio Kast die Stichwahl und wird neuer Präsident des Landes.

Bereits in der ersten Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 16. November konnte sich die Kandidatin des Mitte-Links-Bündnisses, Jeannette Jara, nur knapp vor Kast behaupten. In der Stichwahl gelang es Kast schließlich, rund 58% der Stimmen auf sich zu vereinen.

Politisch wird sich der neue Präsident auf eine solide Mehrheit im Abgeordnetenhaus stützen können, wo der rechte Block mit 90 Sitzen über die notwendige 4/7-Mehrheit verfügt, um Verfassungsänderungen zu verabschieden. Lediglich im Senat könnte es zu einer Pattsituation kommen zwischen den 25 Senator:innen der Rechten und den 23 Senator:innen des Mitte-Links-Bündnisses – sofern die zwei Unabhängigen mit Letzteren stimmen.

Auf den ersten Blick ordnet sich das Wahlergebnis in den globalen Trend der wachsenden Dominanz ultrarechter Kräfte ein – nicht zuletzt in Europa. Der „Fall“ Chile weist jedoch eine Besonderheit auf: 2019/2020 gingen Millionen Bürger:innen auf die Straße, um ihrer Unzufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der chilenischen Realität Ausdruck zu verleihen. Im Oktober 2020 stimmten fast 80% der Wähler:innen in einem Plebiszit für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Bei der Wahl der Delegierten der verfassunggebenden Versammlung im Mai 2021 konnte die Rechte lediglich 37 der 155 Sitze erringen. Aus den Präsidentschaftswahlen im Dezember 2021 ging Gabriel Boric als Sieger hervor  – einer der Anführer:innen der Studierendenbewegung und Repräsentant der „Neuen Linken“ in Chile.

All dies liegt nur wenige Jahre zurück. Wie lässt sich der drastische Wandel vom Klima des gesellschaftlichen Aufbruchs zur Hegemonie des rechtspopulistischen Diskurses erklären?

Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit drei Expert:innen aus Chile.

Podiumsteilnehmer:innen:

  • Arlette Gay Schifferli: Bachelor in Philosophie und Kunstwissenschaften, war Vorsitzende der Gewerkschaft der Fluglinie LATAM und leitete die nationale Gewerkschaftsabteilung der Sozialistischen Partei Chiles (PS). Heute koordiniert sie im Büro der FES in Santiago de Chile die Arbeitsbereiche Gewerkschaften, politischer Dialog, soziale Rechte, öffentliche Sicherheit, extreme Rechte und Außenpolitik.
  • Beatriz Sánchez: Journalistin und ehemalige Radio- und Fernsehmoderatorin. Bei den chilenischen Präsidentschaftswahlen 2017 kandidierte sie für die Frente Amplio (FA). Sie war Delegierte des Verfassungskonvents 2021/2022 und von 2022 bis 2025 Botschafterin Chiles in Mexiko. Bei den Parlamentswahlen am 16. November wurde sie zur Senatorin gewählt und gehörte zudem zum Wahlkampfteam von Jeanette Jara.
  • Cristóbal Rovira Kaltwasser: Doktor der Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, Postdoktoranden-Studium am Nuffield College der Universität Oxford und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung(WZB), ordentlicher Professor am Institut für Politikwissenschaft der Katholischen Universität von Chile (PUC), assoziierter Forscher am Zentrum für Konflikt- und Sozialkohäsionsforschung (COES) und Direktor des Labors für die Erforschung der extremen Rechten (ultra-lab).

Moderation: Klaus Bodemer (LAF Berlin)

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eine Veranstaltung des LAF Berlin e.V. in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung auf Spanisch mit Simultandolmetschung ins Deutsche.

Foto Credits: Sophia Boddenberg