In Erinnerung an Helmut Palla

Ein Nachruf auf Helmut Palla (1933–2026), Ehrenpräsident des Lateinamerika-Forums (LAF Berlin). Von 2003 bis 2013 prägte er das LAF Berlin maßgeblich. Mit großem Engagement förderte Palla den Dialog mit Lateinamerika.

von | 15.02.2026 | Allgemein

Geboren ist Helmut Palla am 02. August 1933 in Freistadt in Oberschlesien, gestorben ist er am 04. Januar 2026 in Berlin. Sein Abitur machte er 1954 am altsprachlichen Gymnasium in Dorsten/Westfalen. Von 1954 bis 1958 studierte er Jura an der Universität in München und an der Freien Universität in Berlin, wo er am 30. Juli 1958 die erste juristische Staatsprüfung ablegte. Die zweite Staatsprüfung erfolgte am 15. Oktober 1962 im Justizprüfungsamt in Düsseldorf. Von November 1962 bis Oktober 1964 nahm er an einem ostwissenschaftlichen Postgraduierten-Studium am Osteuropa-Institut der FU-Berlin teil. Dabei ging es um Ostrecht, Ostwirtschaft, osteuropäische Geschichte und Soziologie sowie einen Russisch-Sprachkurs. Von November 1964 bis Juli 1968 war Helmut Palla am Institut für internationale Solidarität der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) tätig, davon drei Jahre in Projekten der gesellschaftspolitischen Bildungsarbeit und der Sozialstrukturhilfe in Chile und Argentinien. In Argentinien leitete er das Regionalinstitut, das gleichzeitig für Projekte in Paraguay und Uruguay zuständig war.

Seit 01. August 1968 war er in der Zentralstelle für öffentliche Verwaltung (ZÖV) der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE, heute GIZ) in Berlin-Tiergarten tätig. Ab 01. Juni 1979 war er Leiter der Fachgruppe Kommunalverwaltung. Seine Arbeit in der DSE endete 1998. Helmut Palla lernte ich [Bernd Breuer, Gründungsmitglied des LAF Berlin] 1966 in Buenos Aires kennen. Er war Auslandsmitarbeiter der KAS, was auch mein Ziel war. Ich hatte als Student der Wirtschaftswissenschaften an der FU-Berlin die Möglichkeit erhalten, in Chile ein Auslandspraktikum durchzuführen, um mir dabei erforderliche Unterlagen für meine Diplomarbeit über das Programm des ersten christdemokratischen Präsidenten Lateinamerikas – Eduardo Frei – zu besorgen. An diesem Thema war die KAS sehr interessiert und ich besorgte mir vor der Ausreise Namen und Anschriften von Auslandsmitarbeitern in Argentinien und Chile. Auf der Reise nach Chile machte ich einen Zwischenstopp in Buenos Aires und besuchte Helmut Palla bei dem ich mich postalisch vorher gemeldet hatte. Er nahm mich sofort bei sich auf und ich lernte ihn, seine Frau und seine Tochter kennen. Ich erinnere mich an eine sehr schöne Zeit von zwei Wochen: Helmut Palla erwies sich als überaus gastfreundlich und kommunikativ.

Nach Abschluss meines Studiums bewarb ich mich bei der KAS in Bonn und präsentierte dabei meine Diplomarbeit, mit dem Ergebnis, dass ich sofort eingestellt wurde als Leiter eines Projektes in Chile. Nach meiner Rückkehr war auch ich bald Mitarbeiter bei der DSE, wo ich 1972 als Lateinamerikareferent in der Zentralstelle für Wirtschafts- und Sozialentwicklung in der Villa Borsig auf Reiherwerder in Berlin-Tegel eingestellt wurde. Bald traf ich Helmut Palla nun wieder in der DSE – mal in der Zentrale, mal auf Reiherwerder.

Nachdem ich Anfang der 1990 Jahre mit dem Deutsch-Argentinier Oscar Weidert zusammen das Lateinamerika-Forum gründen konnte, habe ich bald auch Helmut Palla für das LAF interessiert. Nach dessen Ausscheiden aus der DSE 1998 besuchte er öfter Veranstaltungen des LAF und wurde 1999 Mitglied. Schon bald darauf wurde er auch Präsidiumsmitglied. Bereits 2003 wurde er zum Präsidenten des LAF gewählt, ein Amt, das er bis 2013 innehatte – bis heute die längste Präsidentschaft. Im Jahre 2013 ernannte ihn das Präsidium zum Ehrenpräsidenten des LAF.

Helmut Palla war sehr aktiv als Präsident, organisierte und moderierte viele Veranstaltungen, die meist auch gut besucht waren. Unvergessen bleiben mir mehrere Sommerfeste, die er für das LAF mit seiner Frau in der katholischen Studentenbewegung Bavaria in Lankwitz ausrichtete. Es gab dort Vorträge, Musikprogramme, Tanzveranstaltungen und ausgezeichnete Speisen und Getränke. Helmut Palla interessierte sich für Politik und sehr für Begegnungen mit Menschen aus Lateinamerika. Er wird mir als freundlicher, hilfsbereiter Mensch in sehr guter Erinnerung bleiben.

Bernd Breuer, 12. Februar 2026

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am 16. Februar 2026, um 12.00 Uhr auf dem kath. Friedhof St. Sebastian statt, Humboldtstraße 71, 13403 Berlin. Das anschließende Beisammensein findet auf Wunsch des Verstorbenen im Kreise der Familie statt.